Altenburg – Im Rahmen des Formats „Bube und Dame“ der Wirtschaftsvereinigung Altenburger Land sprach die Ostbeauftragte und Staatsministerin Elisabeth Kaiser über die wirtschaftlichen Perspektiven der Region.
Auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung sieht sie ihr Amt aufgrund anhaltender struktureller Unterschiede bei Löhnen und dem Sitz von Firmenzentralen weiterhin als notwendig an. Dennoch betonte die Politikerin nachdrücklich, dass Ostdeutschland nicht länger nur als Aufholregion betrachtet werden dürfe, sondern sich längst zu einem Vorreiter für Zukunftstechnologien entwickelt habe. Insbesondere dem Altenburger Land bescheinigte sie ein enormes Potenzial, das durch strategische Fördermittel, den Regionalflughafen und den florierenden Tourismus stetig weiter ausgebaut werde.
Um die wirtschaftliche Entwicklung flächendeckend anzukurbeln, verwies Kaiser auf die aktuelle Modernisierungsagenda der Bundesregierung, die einen massiven Abbau von Bürokratie anstrebt. In diesem Zusammenhang hob sie auch den künftigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Behörden hervor, der Verwaltungsprozesse künftig deutlich beschleunigen soll. Ein weiteres zentrales Thema des Austauschs war der branchenübergreifende Fachkräftemangel, dem laut der Ostbeauftragten nur durch gezielte Bildungsinvestitionen, berufliche Umqualifizierungen und qualifizierte Zuwanderung begegnet werden kann.
Ostdeutsche Unternehmen hätten in den vergangenen Jahrzehnten ohnehin bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie hochgradig anpassungsfähig sind und tiefgreifende Transformationsprozesse erfolgreich meistern können. Für die kommenden Jahre wünscht sich die Ministerin, dass die neuen Bundesländer vor allem mit den Attributen „innovativ, pragmatisch und offen“ in Verbindung gebracht werden. Ihre ehrgeizige Vision für das Jahr 2035 ist es daher, dass Ostdeutschland als die lebenswerteste Zukunftsregion der Republik gilt und das Amt der Ostbeauftragten dank gleichwertiger Lebensverhältnisse endgültig überflüssig wird.